Gebirgsschützen - Gaißacher Festjahr

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Gebirgsschützen

Patronatstag
 
 
 
 
 

Die Gebirgsschützenkompanie Gaißach

 
 


Sie existiert vereinsmäßig bereits seit 1805. Die Anfänge als Antlaßschützen gehen bereits zurück bis ins 15. Jahrhundert. In den unruhigen Zeiten des 30- jährigen Krieges und auch später noch übernehmen es Schützen, die Geistlichen bei Versehgängen und sonstigen seelsorgerischen Diensten zu begleiten. Seit 1700 etwa stellen die Schützen auch die Schutz- und Ehrenbegleitung bei den großen kirchlichen Festen, besonders an Fronleichnam oder Antlaß, wie man bei uns sagt.
Deshalb ist auch von "Antlaßschützen" die Rede.
Die Bezeichnung "Gebirgsschütz" kommt erst viel später zu Beginn de 19. Jahrhunderts auf. Sie ist im Sinne von Landesdefension zu verstehen. Bei den Antlaßschützen hingegen stehen das religiöse Moment und Einsätze zum Schutz der Geistlichkeit bei der Ausübung ihrer seelsorgerischen Pflichten eindeutig im Vordergrund.

 
 
 
 
 

Die Kompanie Heute
Die Gaißacher Gebirgsschützen erfeuen sich innerhalb der Gemeinde bei jung und alt einer äußerst hohen Wertschätzung.
Es ist noch selbstverständlich, dass ein Gaißacher Bursch aus einer alteingesessenen Familie mit 16 Jahren in die Kompanie eintritt.
Ein Generationsproblem, wie es andernorts oft beklagt wird, gibt es in Gaißach zum Glück nicht. Dies wirkt sich natürlich positiv auf die Kompaniestärke aus. 160 - 180 Mann sind beim Ausrücken heute normal. Auch mit über 200 ist man schon aufmarschiert.

 
 
 
 
 
 
 

Foto: Hias Krinner, Bad Tölz

 
 

Jahresablauf
Ausgerückt wird vor allem bei den jährlichen kirchlichen Festen der Pfarrgemeinde.
 
Das sind
 
-  die beiden Prozessionen an Fronleichnam (Antlaß)
-  die Prozession an Michaeli am 29. September
-  sonstige feierliche Anlässe wie Priminz, Fahnenweihe, Jubiläen usw.
   

Am Samstag nach Kirchweih ist der althergebrachte Schützenjahrtag. Ausgerückt wird nicht in der Montur, sonder im "guatn Gwand" (Trachtenanzug und grünsamter Hut). Bei dem Requiem mit Libera gedenken die Schützen ihrer verstorbenen Kameraden. Nach der Kranzniederlegung am Kriegerdenkmal findet die Generalversammlung statt. Nachmittags um 14:00 Uhr eröffnet die Musikkapelle den Ball. Die Mädchen tragen das Mieder und verleihen so dem Ball einen äusserst noblen Akzent. Mit dem Ballende um Mitternacht geht auch das Schützenjahr zu Ende.

Auswärts rückt die Kompanie zum jeweils am 1. Sonntag im Mai stattfindenden Patronatstag der Bayrischen Gebirgsschützenkompanien aus. Fallweise wird auch zu Feiern von anderen Gebirgsschützenkompanien oder sonstigen Vereinigungen ausgerückt. Am Hl. Abend beteiligt sich eine Abordnung an den Gedenkfeierlichkeiten in Waakirchen für die Toten der Mordweihnacht von 1705.

 
 
 
 
 
 

Foto: Hias Krinner, Bad Tölz

 
 

Besonderheit der Kompanie
Am Schützenhut der Kompanie befinden sich die sogenannten Boschen. Sie leiten sich ab von den Laufwischern und sind
ein Sinnbild für das reinigen des Gewehrlaufes. In der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts findet man solche Boschen bei vielen Militär- und Bürgerwehruniformen. Angeblich hat ein Gaißacher so einen Boschen vom Rußlandfeldzug Napoleons 1812 als Andenken mitgebracht.
Dadurch sollen die Boschen ein Bestandteil unserer Montur geworden sein. Die Boschen der Gaißacher Kompanie sind zwei- und vierfarbig ausgeführt.

 
 
 
 
 
 

Musikanten, Tambours und Pfeiffer tragen weiß-rote Boschen am Hut. Sie werden deshalb Rotbüschler genannt. Die Schützen dagegen tragen weiß-blaue Boschen. Sie nennt man Blaubüschler. Die beiden Flügelchargen tragen vierfarbige Boschen. Weiß-grün und blau-rot. Hauptmann, Tambourmajor und Fähnriche tragen anstelle der Boschen weiß und blau eingefärbte Straußenfedern. Diese Federn sind ein Relikt aus dem 18. Jahrhundert. So erzählt man, dass eine russische Gräfin bei einem Festzug in München - vermutlich 1835 - einem Isarwinkler Hauptmann, der recht gewitzt war, mit einer Straußenfeder aus ihrem Fächer Kühlung zugefächelt habe. Der habe dann die Feder auf seinen Hut gesteckt.

 
 
 
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