Über Goaßa - Gaißacher Festjahr

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Über Goaßa

 


Gaißach - Ein Dorf im Isarwinkel

 
 

Das Gaißacher Gemeindegebiet überstreckt sich über eine Fläche von ca, 39 qkm. Aufgeteilt in 23 Ortsteilen liegt das langgestreckte und weitverstreute Dorfgebiet auf einer Höhe von 660 bis 740 Meter über NN. Der höchste Punkt liegt mit 1562 Metern am Fockensteingebirge.
Die Besiedelung reicht bis ins 2. Jahrtausend v. Chr. zurück. Das beweisen Fundstücke aus Hügelgräbern östlich des Kirchendorfes auf dem sogenannten Coronafeld. An dieser Stelle dürfte sich wohl die älterste Urtaufkirche im Isarwinkel befunden haben.

 
 

Die erste nachweisliche Erwähnung von Gaißach, damals Kaizahu genannt, stammt aus dem Jahre 817 n. Chr. Von Kaizahu über Keizan, Kazzah, Gaizzah, entstand im Laufe der Zeit der heutige Ortsname. Schon in der 2. Hälfte des 8. Jahrhunderts wurde mit der Rodung und Besiedelung des rechten Isarufers begonnen und das Land in Form von Waldhufen aufgeteilt.

 
 

Diese von Hecken eingegrenzten Flurstücke verlaufen von der Isar im Westen bis auf die Höhen des Rechelberges im Osten und waren ursprünglich durchgehend in einem Besitz mit dem Anwesen am westlichen Ende, direkt über dem Isarrain. Zunächst waren es Einzelhöfe, die dann durch Erbteilung zu kleinen Weilern wurden. Erst später entstanden die Siedlungen am Talboden der Isar, im sogenannten Gries. Handwerker, Holzarbeiter und Flößer konnten sich hier, mit unbeschränktem Nutzrecht, niederlassen und ihrer Beschäftigung nachgehen.

 
 

Um 1300 n. Chr. war die Besiedelung des Isarwinkels im wesentlichen abgeschlossen, die Ortschaften und Fluren waren verteilt wie jetzt. Im 16. Jahrhundert gab es in Gaißach ca. 125 Höfe. Diese waren auf mindestens 10 verschiedene Grundherren aufgeteilt, dazu gab es 12 freie Bauern.

 
 

Im 30- jährigen Krieg (1618 - 1648) wurde ein großer Teil der Isarwinkler Bevölkerung von der Pest hinweggerafft. Ein kleines Sühnekreuz aus Tuffstein weist noch heute als stiller Zeuge auf diese schreckliche Zeit.

 
 

Der Österreichische Erbfolgekrieg hinterließ auch in Gaißach seine grausamen Spuren. Am 22. Mai 1742 nahm Oberst Trenk mit seinen plündernden und raubenden Panduren erbarmungslose Rache für einen Mord an einem seiner Generäle, der von einem Gaißacher Bauern verübt worden sein soll. 28 Anwesen wurden in Brand gesteckt und fielen in Schutt und Asche, 10 unschuldige Meschen kamen bei dem schrecklichen Wüten der Soldateska ums Leben. Eine 1743 errichtete Kapelle "Zum abgebrannten Kreuz" im Ortsteil Puchen beherbergt eine Marienfigur, die den Brandterror dieses Tages, wie durch ein Wunder, unbeschadet überstanden hat.

 
 

Die Pfarrkirche St. Michael thront majestätisch über dem Isartal und die Symbolik des Kirchenpatrons ist auch im Wappen der Gemeinde wiederzufinden.
Auf saftig grünem Grund, der die Fluren der Gemeinde charakterisiert, kreuzen sich ein silberner Wellenbalken, der namensgebende Fluß Gaißach und ein goldenes Flammenschwert, die erfürchtige Waffe des Heiligen Michael.

 
 

Weltberühmtheit erlangte unser Dorf durch das alljährlich stattfindende "Hinternationale Gaißacher Schnablerrennat's". Bei diesem in der Faschingszeit und bei ausreichender Schneelage durchgeführtem Gaudirennen vom Lehner Berg versuchen waghalsige Burschen, auf ihrem Hornschlitten, Schnablern, möglichst schnell und mit einem satten Satz über die Sprungschanze ins Ziel zu kommen. Meist gibt es dabei viel Kleinholz und so manchen blauen Fleck. Aber die Gaißacher, die "Dritte Rass", wie sie von ihren Nachbarn nicht ohne Respekt genannt werden, zeigen auch hier Charakter und Standfestigkeit.
Mehr zum Rennen gibts unter www.schnabler.de

 
 
 
 

Text: Nikolaus Trischberger, Bilder: Gemeindearchiv und Peter Margreiter

 
 
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